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Valentin Karlstadt Musäum München

 

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"An jedem Eck a Gaudi" - Geschichte der Münchner Volkssänger

27. Juli 2013 – 5. April 2012

1852 überschritt die Einwohnerzahl Münchens erstmals die Grenze von 100.000, München wird damit zur Großstadt. Um 1900 leben hier bereits eine halbe Million Menschen, in der wachsenden Metropole entsteht ein Vergnügungsvakuum. Vor allem junge Leute ziehen vom Land in Stadt. Wo sollen die vielen jungen Menschen hin, mit dem ungestillten Bedürfnis sich zu amüsieren, in einer Zeit wo es zunächst weder Kino, Radio noch Fernsehen gab? Freigesetzt von Rhythmus und Regeln des Landlebens, will man sich in der neu gewonnen Freizeit unterhalten. Weil das kulturelle Angebot fehlt, schafft man sich seine eigene Kultur: Die Volkssängerkultur.

Die Volkssänger wurden zur »Stimme der Vorstadt«, weniger ein Ort als einen Zustand, ein Lebensgefühl, geprägt vom Aufbruch aus dem Nichts. Die Bühnenfiguren sind volkstümliche Helden. Bei den Volkssängern erlebte man sein persönliches Schicksal, vorgespielt als das gemeinsame Schicksal aller. Das gab Selbstbewusstsein und schaffte Zusammengehörigkeit; in den Typen erkannte sich das Publikum wieder.

Andreas Koll erzählt die Geschichte der Münchner Volkssänger und zeichnet damit auch ein Stück Münchner Sozial- Migrations- und Kulturgeschichte  vor dem Hintergrund der Entwicklung Münchens zur Großstadt.