Objekt des Monats



Elefantenweihnacht (Heinrich Kley)

Eine Zeichnung aus Heinrich Kleys zauberhaften Skizzenbüchern. Derzeit zu sehen in der aktuellen Sonderausstellung: „Sei kein Frosch! Heinrich Kley zeichnet die Revolution”.

Im Archiv des Valentin-Karlstadt-Musäums befinden sich unvermutete Schätze. Dazu zählen elf Originalzeichnungen von Heinrich Kley, die um den 7. November 1918 entstanden sind. Sie stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Kley zeichnet hier ein uns heute weitgehend unbekanntes Bild der Revolution. Die Zeichnungen spiegeln die Begeisterung und euphorische Aufbruchsstimmung der ersten Revolutionstage in München wider.

Heinrich Kley, geboren 1863 in Karlsruhe, lebte von 1909 bis zu seinem Tod im Februar 1945 in München. Seinen künstlerischen Durchbruch erfuhr Kley durch die Veröffentlichung seiner Werke in den Satirezeitschriften „Simplicissimus” und „Jugend” . Der Münchner Volkssänger und Schauspieler Konrad Dreher machte Albert Langen, Herausgeber des „Simplicissimus”, auf den begabten Zeichner aufmerksam. Es entstanden ganze Ausgaben, die ausschließlich  von Heinrich Kley gestaltet wurden. Zur Entspannung und um seine Frau zum Lachen zu bringen, zeichnete Kley komische Tiere, Riesen und Menschen in Skizzenbücher. Verspielt spiegeln sie Versuchung und Verführung, Zärtlichkeit, Eifersucht und Liebesdramen, erotisch beißende Krokodile, führsorgliche Elefanten und begierige Faune.

George Grosz und Arthur Miller förderten seine Bekanntheit in den USA. Sein großes Talent, Bewegungen von Tieren und Menschen auf gleichsam famose Art darzustellen, blieb auch den Mitarbeitern von Walt Disney nicht verborgen. Besonders deutlich wird der künstlerische Einfluss Kleys bei dem Walt-Disney-Film „Fantasia“ aus dem Jahr 1940.





„Kunst kommt von können,
nicht wollen …
sonst müsste es ja Wunst heißen“(Karl Valentin)