Das Gedächtnis der Valentin-Rezeption

Nach fast 50 Jahren Verwaltung des urheberrechtlichen Nachlasses von Karl Valentin hat Rechtsanwalt Gunter Fette sein Valentin-Archiv an das Valentin-Karlstadt-Musäum übergeben. Dazu gehören nicht nur ca. 120 Leitzordner mit den Unterlagen seiner vielfältigen Nachlassverwaltung im Auftrag der Erben ( - das war zunächst die Valentin-Tochter Bertl Böheim, nach ihrem Tod im Jahr 1985 deren Tochter Anneliese Kühn und als sie 2014 verstarb deren drei Kinder, also die Urenkel Karl Valentins als dritte Erbengeneration - ), sondern auch fast alle während dieser Zeit durch seine Lizensierungen entstandenen Buch-, Schallplatten-/CD- und Filmeditionen, dazu Plakate zu Valentin-Theateraufführungen, unter anderem in Südamerika, Russland und Südafrika. Aus alldem ergibt sich ein umfassendes und beeindruckendes Bild der Karl Valentin-Verbreitung - auch in der Fremde - und der Zuordnung der Werke dieses kongenialen Künstlerpaares Karl Valentin und Liesl Karlstadt unter große Kunst von epochaler Bedeutung.Die Nachlassverwaltung Valentin durch Rechtsanwalt Gunter Fette ist damit allerdings nicht beendet, auch nicht durch den Ablauf der regulären urheberrechtlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod von Karl Valentin, denn bei ihm ist alles ein wenig speziell: Aufgrund der dokumentierten Miturheberschaft von Liesl Karlstadt bei 25 der bekanntesten und am meisten genutzten Werke ( - insbesondere Bühnenszenen, Film- und Tonaufnahmen - ) und ihres Todes erst 12 Jahre nach Karl Valentin verlängert sich insoweit die urheberrechtliche Schutzfrist um diesen Zeitraum bis Ende des Jahres 2030. Für das Archiv des Valentin-Karlstadt-Musäum ist diese Schenkung von großer Bedeutung, dokumentiert sie doch einen sehr gewichtigen Teil der Valentin’schen Rezeptionsgeschichte. Jede Wiederaufnahme von Karl Valentin bedurfte einer Lizensierung. Somit findet sich hier ein sehr spannendes Konvolut für die weitere Valentin-Forschung. Das Valentin-Karlstadt-Musäum nimmt die Schenkung mit großer Dankbarkeit und großem Verantwortungsbewusstsein entgegen.



„Kunst kommt von können,
nicht wollen …
sonst müsste es ja Wunst heißen“(Karl Valentin)